Gegen 11:00 Uhr wurden 3 Löschzüge der Feuerwehr Halver zur Amtshilfe nach Lüdenscheid per Sirene und Meldeempfänger alarniert. Sie unterstanden der örtlichen Einsatzleitung der zuständigen Feuerwehr Lüdenscheid. Die Löschzüge Halver-Stadtmitte;Bommert und Buschhausen waren mit 78 Mann ,davon 42 Atemschutgeräteträger zur Lösenbacher Landstraße ausgerückt wo es in einem Galvanik-Betrieb zu einem Unglücksfall gekommen ist.. Einsatzende war gegen 20:00 Uhr. Den Brandschutz für Halver stellte in dieser Zeit der Löschzug Oberbrügge-Ehringhausen sicher! siehe Bericht auf Come-on.de:

Über 300 Kräfte bei Großbrand im Einsatz

Über 300 Kräfte waren an der Lösenbacher Landstraße im Einsatz.
© Cédric Olivier Nougrigat

Lüdenscheid - Der Brand in einem Galvanik-Betrieb an der Lösenbacher Landstraße in Lüdenscheid war am Freitagnachmittag weitgehend unter Kontrolle.

Dennoch werden die Einsatzkräfte voraussichtlich bis weit in den Abend hinein noch mit Bergungsarbeiten beschäftigt sein. Grund dafür sind einige Fässer mit Chemikalien, die in der Firma gelagert waren. Für die Dauer des Einsatzes wird die Lösenbacher Landstraße weiterhin gesperrt bleiben.

Über 300 Kräfte waren an der Lösenbacher Landstraße im Einsatz.
© Florian Hesse

Das größte Problem bei den Bergungsmaßnahmen stellen laut Feuerwehr Fässer mit Natriumdithionit dar, die durch das Feuer beschädigt wurden. Die chemische Substanz reagiert mit Wasser, neigt bei Erwärmung zur Selbstentzündung und reagiert heftig bei Hitzeeinwirkung und starker Erschütterung. Deshalb muss die Bergung sowohl der beschädigten als auch der unbeschädigten Fässer sorgfältig geplant und unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden.

Angaben zur Brandursache und zur Schadenshöhe sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Die Brandsachverständigen der Polizei werden die Ermittlungen aufnehmen, sobald es möglich ist, den Betrieb sicher zu betreten. Entsprechend wurde das Gebäude beschlagnahmt.

Gegen 9.30 Uhr waren Feuerwehr und Polizei wegen der Rauchentwicklung an der Lösenbacher Landstraße alarmiert worden. Im Verlauf der Löscharbeitern entwickelte sich daraus ein Großeinsatz, insbesondere wegen der Chemikalien. Zeitweise waren bis zu 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK sowie 50 Personen von weiteren Behörden und Firmen mit zirca 60 Fahrzeugen an der Einsatzstelle.

Die komplette Lüdenscheider Feuerwehr war ausgerückt, dazu ein Großteil der Wehr aus Halver, während Kräfte aus Altena die Hauptwache in Lüdenscheid besetzten, um im Falle eines weiteren Einsatzes ausrücken zu können. An der Lösenbacher Landstraße wurden die Einsatzkräfte unterstützt von der Werksfeuerwehr des chemischen Betriebs Hexion in Iserlohn mit einem Fachberater Chemie. Deren Mitglieder sind im Umgang mit Chemikalien besonders geschult.

Feuerwehreinsatz an der Lösenbacher Landstraße

Feuerwehreinsatz an der Lösenbacher LandstraßeFeuerwehreinsatz an der Lösenbacher LandstraßeFeuerwehreinsatz an der Lösenbacher LandstraßeFeuerwehreinsatz an der Lösenbacher Landstraße

Die Lüdenscheider Firma Steinebach, ein Chemikalienhandel, der ebenfalls an der Lösenbacher Landstraße seinen Sitz hat, unterstützte die Feuerwehr mit weiterem Material und Arbeitsgeräten für die Bergung der Fässer. Geschäftsführer Karsten Emmich war während des gesamten Einsatzes dabei und stand der Einsatzleitung als weiterer Fachberater zur Verfügung.

Der Messzug der Feuerwehr Neuenrade kontrollierte die Schadstoffbelastungen in der Luft und im abfließenden Löschwasser. Dabei wurden laut Angaben der Feuerwehr keine gravierenden Verunreinigungen der Luft festgestellt. Die Schadstoffkonzentration im abfließenden Löschwasser sei zwar erhöht gewesen, stelle aber laut Auskunft der Fachberater von Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid (SEL) und der Kläranlage kein größeres Problem dar. Ein Großteil des kontaminierten Löschwassers wurde schon ab dem Nachmittag von Mitarbeitern der Firma Lobbe aus der Löschwasserrückhaltung abgepumpt, um es zu entsorgen.

Als Umweltbehörden waren der Märkische Kreis und die Bezirksregierung Arnsberg an dem Einsatz beteiligt. Auch Bürgermeister Dieter Dzewas machte sich selbst ein Bild von der Lage.

Autor

Bettina Görlitzer