Orkantief "Friederike": Bäume blockieren Straßen

An der Tauberstraße ist ein Baum in einen Neubau gestürzt. Die Feuerwehr hat den Bereich aus Sicherheitsgründen abgesperrt.
© Hesse

[Update 14.35 Uhr] Halver - Vor elf Jahren wütete "Kyrill", heute stellt das Orkantief "Friederike" eine Herausforderung für Einsatzkräfte und Schulen dar. 

Ein verletzter Paketfahrer nahe der Ortslage Sticht, Tausende Euro Sachschaden an Dächern, fast 30 Einsätze bis zum späten Nachmittag: Das Sturmtief Friederike hat am Donnerstag in Halver Spuren hinterlassen. 

 

Eine Windböe hatte den Transporter mit großer Windangriffsfläche gepackt. Das Fahrzeug rutschte die schlammige Böschung hinab und kippte auf die Seite. Der Fahrer wurde dabei eingeklemmt und konnte sich nur durch fremde Hilfe aus dem Fahrzeug befreien. Er erlitt Verletzungen am Unterschenkel.

Es war einer von unzähligen Einsätzen im Tagesverlauf ab etwa 10 Uhr, als der Sturm an Wucht immer mehr zunahm. 110 Stundenkilometer wurden in der Spitze in Lüdenscheid gemessen. Ähnlich dürfte die Stärke in Halver gewesen sein, als an der Tauberstraße ein Baum ins Baugerüst des dortigen Neubaus einschlug. Weil sich auch Nachbarbäume unter dem Winddruck erheblich bewegten, blieb die Säge auf dem Wagen. Der Bereich wurde abgesperrt. 

 

Orkantief "Friederike" richtet in Halver Schäden an

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Und in Schmidtsiepen rückte der Löschzug Oberbrügge komplett aus. Dort war ein Baum durchs Dach geschlagen. Alle Züge ausgerückt, das war mittags die Meldung, als im gesamten Stadtgebiet und den Außenbezirken das Holz schon auf der Straße lag oder die Stämme zu kippen drohten. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs waren mit Sägen unterwegs. Wenn Bäume fielen, kam in der Regel der ganze Wurzelteller mit, der im durchweichten Boden keinen Halt mehr fand wie an der Landstraße Richtung Wipperfürth, wo ein gut 25 Meter langes Exemplar quer auf der Fahrbahn lag.

Eine Überraschung war der Sturmtag aber nicht. Die Prognosen waren eindeutig. Der Märkische Kreis hatte die Feuerwehren aufgefordert, um 10 Uhr alle Gerätehäuser zu besetzen, um sofort handlungsfähig zu sein. 

Das DRK kümmerte sich um warme Verpflegung in den Gerätehäusern. Das THW unterstützte mit der Säge in der Vömmelbach und war durch Matthias Oelke auch im sogenannten Meldekopf vertreten, von dem aus die Feuerwehr Halver ihre Einsätze autonom koordinierte. 

Angesichts der erwarteten und eingetretenen Fallzahlen wäre die Steuerung über die Kreisleitstelle kaum leistbar gewesen, so die Einschätzung im Vorfeld. Gesteuert wurden die Einsätze aus dem neuen ELW, der sich als Kommandozentrale bewähren konnte.

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Auch für die Schulen stellte der Sturm eine Herausforderung dar. Die weiterführenden Schulen beendeten den Unterricht nach der zweiten Stunde. Andernorts blieb die Schule gleich ganz geschlossen.

Eine Übersicht der Schulen

  • Grundschule Auf dem Dorfe: Die Schule hatte zuerst geöffnet, es war jedoch nur eine kleine Anzahl an Schülern da. Am Morgen teilte die Kreisleitstelle mit, dass die Kinder abgeholt werden können. Die Schüler, die nicht abgeholt werden konnten, wurden in der Schule bis 16 Uhr weiter betreut.
  • Grundschule Oberbrügge: Schulleiter Bernd Ritschel entschied bereits am Mittwochabend, die Schule am Donnerstag wegen des Sturms geschlossen zu lassen.
  • Lindenhofschule: Etwa ein viertel der Schüler kam am Morgen zum Unterricht. Ab neun Uhr wurden die Eltern angerufen, die Schüler nach Möglichkeit wieder abzuholen.
  • Ganztagsschule Halver: Die Schule war zunächst geöffnet, nach der zweiten Stunde wurden die Eltern der Schüler informiert, dass sie ihre Kinder abholen können.
  • Realschule Halver: Auch die Realschule hatte zunächst geöffnet, wie die anderen weiterführenden Schulen in Halver wurden die Schüler nach der zweiten Stunde wieder abgeholt.
  • Anne-Frank-Gymnasium: Wie bei den anderen Schulen waren auch hier weniger Schüler als sonst gekommen. Am Vortag bekamen die Eltern noch den Hinweis, dass die Schüler auf Eigenverantwortung in die Schule kommen können. Nach der Unwetterwarnung am Donnerstagmorgen wurden auch die Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums nach Hause geschickt. Diejenigen, die nicht nach Hause kamen oder abgeholt werden konnten, wurden weiter in der Schule betreut.
  • Sekundarschule Humboldtschule: Die Schule war wie die meisten anderen geöffnet, es kamen jedoch vergleichsweise wenig Schüler zum Unterricht. Aufgrund der Sturmwarnung konnten die Schüler nach der zweiten Stunde abgeholt werden. Diejenigen, bei denen dies zunächst nicht möglich war, wurden beaufsichtigt, bis sie abgeholt werden konnten.